Die Live-in Betreuung (auch bekannt als 24 Stunden Betreuung) bietet Ihnen und Ihren Angehörigen eine professionelle und einfühlsame Betreuung im häuslichen Umfeld und ist die Alternative zum Pflegeheim.
Frau Anna arbeitet bereits seit acht Jahren als Haushalts-/ Betreuungshilfe im deutsch-sprachigen Raum. Sie ist ein sehr sympathischer wie herzlicher Mensch und war so nett, uns auf ein paar Fragen zu antworten und uns über ihre Erfahrungen in diesem Beruf zu erzählen.
Interview mit Anna Ciolek, Betreuungskraft aus Breslau (Polen), rechts im Bild
THEMA: ARBEITEN ALS HAUSHALTSHILFE MIT BETREUUNGSAUFGABEN IN DER SCHWEIZ
Frau Anna, bitte erzählen Sie uns, wann haben Sie als Haushalts-/ Betreuungshilfe angefangen?
Ich habe 2016 als Betreuerin angefangen zu arbeiten. Davor habe ich in einem staatlichen Omnibusunternehmen in Ostrowiec, Polen gearbeitet. Ich habe damals schon gespürt, dass das Omnibusunternehmen Probleme hatte und es zu grossen Entlassungen kommen würde. Zur gleichen Zeit wurde mein Mann krank. Ich wusste, dass ich stark sein musste und eine Lösung für diese schwierige Situation, die meine Familie und ich durchmachten, finden musste. Ich habe angefangen nach einem anderen Job zu suchen. Also kaufte ich eine Zeitung in Ostrowiec und sah eine Annonce als Altenpflegerin in der Schweiz. Am gleichen Tag habe ich mir über eine Kontaktperson weitere Informationen eingeholt und nach wenigen Tagen konnte ich bereits neue Berufserfahrungen im Ausland sammeln.
Hatten Sie vorher Erfahrung in der Betreuung von älteren Menschen?
Ich hatte keine spezielle Erfahrung als Betreuungskraft, aber ich war immer froh, älteren Menschen in meiner Familie zu helfen. Ich denke, ich habe eine gute Herangehensweise an ältere Menschen. Ich mag es, in ihrer Gesellschaft zu sein, den Lebensgeschichten zuzuhören. Ich wusste, dass ich diese Arbeit mögen würde. Vor der ersten Reise, habe ich auch einige Literatur über das Thema Altenpflege gelesen. Der Abschluss eines Psychologie-Studiums hat mir zusätzlich sehr geholfen. Die Arbeit mit älteren Menschen erfordert nicht nur körperliche Stärke, sondern auch einen angemessenen psychologischen Ansatz. Es stellte sich heraus, dass alles Wissen und Erfahrungen im Leben nützlich sind! Ich habe damals nicht gedacht, dass der Pflegebereich zu meinem festen Beruf werden würde. Ich wollte nur für ein paar Monate in die Schweiz oder nach Deutschland fahren, besser deutsch lernen, Geld verdienen und in Polen einen anderen Job finden. Aber wie so oft im Leben kommt es anders als man denkt. Jetzt bin ich glücklich mit meinem Job als Betreuerin und bereue meine Entscheidungen nicht.
Konnten Sie schon vor Ihrer Abreise deutsch?
Ich habe Deutschkurse in der Schule belegt und dachte, es könnte ein Zeichen dafür sein, dass es sich lohnt, in den deutschsprachigen Raum arbeiten zu fahren. Grundlagen wie Sprachkenntnisse vor der Reise sind ein grosses Plus und erleichtern mir die Arbeit innerhalb einer deutschsprachigen Familie.
Wie war der erste Kontakt mit der Agentur und die Organisation der Anreise in die Schweiz?
Alles ging schnell und effizient. Ich erinnere mich sehr gut an mein erstes Telefonat mit der Agentur. Die Abläufe wurden mir auf nette, konkrete und geduldige Weise erklärt. Ich erinnere mich, dass wir auch deutsch sprachen, um mein Sprachniveau zu beurteilen. Ich habe Informationsumfragen und andere Dokumente ausgefüllt. Innerhalb weniger Tage erhielt ich mein erstes Jobangebot bei einer netten Familie in St. Gallen. Ich war etwas erstaunt, dass alles so schnell vonstatten ging, aber dann dachte ich auch, dass alles gut wird. Ich hatte ein gutes Gefühl. Ich fühlte mich sicher, über die Agentur arbeiten zu können. Ich möchte auch erwähnen, dass ich viele Leute kenne, die in der Schweiz und in Deutschland arbeiten. Sie alle sind grossartige Menschen, die im Ausland arbeiten.
Wie erinnern Sie sich an die erste Reise in die Schweiz?
Zuallererst war ich sehr positiv überrascht. Ich war froh, dass ich einen Job bekam und in die Schweiz reisen konnte. Ich war auch sehr neugierig, denn ich habe eine Stelle bei einer sehr netten Familie bekommen. Zu meiner Hauptaufgabe zählte die Betreuung einer älteren Dame mit gebrochenem Bein und gebrochener Hand. Es war nicht einfach, auf sie aufzupassen. Aber sie war eine freundliche Person, die mir bei jeder Gelegenheit ihre Dankbarkeit für meine Hilfe zeigte. Die Damen von der Spitex sind auch vorbeigekommen und haben bei einigen Aktivitäten mitgeholfen. Die Familie bei der ich arbeitete, hatte auch ein Hotel. Es herrschte eine sehr schöne Atmosphäre. Einmal kam es vor, dass mich Hotelgäste auf eine Reise in der Umgebung mitnahmen und sogar vorschlugen, dass ich meinen Job kündigen und bei Ihnen arbeiten sollte. Ich fühlte mich sehr geschätzt und mochte meine Arbeit und die Familie.
Wie lange haben Sie bei der ersten Familie gearbeitet?
Bei meinem ersten Aufenthalt war ich etwa drei Monate in der Schweiz. Alles war damals so neu, ich habe viel intuitiv gearbeitet. Auch war ich noch ein bisschen mit der deutschen Sprache gestresst, denn es ist eine Sache in Polen die Sprache zu lernen und eine andere bei einer deutschsprachigen Familie zu leben und deutsch im Alltag anzuwenden.
Welche guten Seiten hat diese Arbeit?
Dank dieser Arbeit kann ich meiner Tochter helfen und bin gut abgesichert, wenn ich wieder in Polen bin. Persönlich arbeite ich gerne mit älteren Menschen. Es macht mich glücklich, wenn ich fühle, dass ich helfen kann. Ältere Menschen können auch ihre Dankbarkeit zeigen. Oft kommt es zu einer Freundschaft zwischen uns. Man tritt in die Mitte der Familie ein und kennt viele Herausforderungen und Probleme innerhalb der familiären Situationen. Es ist klar, dass man die Umstände respektiert und sich für die älteren Menschen einsetzt.
Haben Sie besondere Erinnerungen an diese Jahre als Pflegekraft in der Schweiz?
Ich muss zugeben, dass ich bisher nur sehr netten Leuten mit einer grossartigen persönlichen Kultur und auf einem hervorragenden Niveau getroffen habe. Ich fühlte mich wie ein Familienmitglied und ich wurde auch so behandelt. Wir stehen bis jetzt in Kontakt. Ich glaube immer daran, dass man im Leben versuchen muss, alles mit Güte zu erreichen, niemals mit Wut. Selbst wenn jemand negativ eingestellt ist, versuche ich, freundlich zu der Person zu sein. Auf diese Weise kann man mehr erreichen. Das ist mein Motto, dass mich nie im Stich gelassen hat.
Kann ich Sie auch über die negativen Seiten fragen, wenn es solche gibt?
Natürlich ist es nicht immer einfach. Du bist alleine in einem fremden Land, vermisst die Familie in Polen sehr. An schwierigen Tagen musst du dich unter Kontrolle haben. Manchmal weiss man nicht, wie man den kranken oder älteren Menschen noch helfen kann. Man tut alles, aber der Patient leidet immer noch. Du brauchst eine starke Psyche, musst ausdauernd und geduldig sein. Es ist erstaunlich, wie offen sich Menschen bei Krankheiten begegnen. Eine ganze Reihe sympathischer, menschlicher Eigenschaften kann hervorkommen.
Schätzen Sie die Zusammenarbeit mit der Agentur Sanach AG?
Die Zusammenarbeit mit Sanach gibt mir ein Gefühl von Sicherheit und Komfort, dass ich jederzeit anrufen und Unterstützung erhalten kann. Mein Lohn wird immer pünktlich gezahlt, alle Versicherungsprämien und meine Rente werden ausgeglichen. Jede meiner Reisen wird vom Unternehmen genau organisiert. Ich bin wirklich glücklich und danke Ihnen für die Arbeit und das Vertrauen in mich.
Vielen Dank Frau Anna für das ehrliche Gespräch.
Mit Frau Anna, einer Betreuungskraft aus Polen, hat Frau Weronika Rewera-Kobylka gesprochen.

